Multisensorisches Lernen

Lernstrategie | Multisensorisches Lernen

 

Lernen mit allen Sinnen. Je nach Lerntyp / Lernmuster hat man i.R. bereits in ein bis zwei Kanälen Stärken. Ziel beim multisensorischen Lernen ist es, möglichst alle – also auch die bisher wenige genutzten, ungewohnten Lernkanäle in das Lernen einzubeziehen.

In meinem Beitrag: Lerntypentest und Sinneskanäle finden Sie den Test, mit dessen Hilfe Sie Ihren bevorzugten Sinneskanal beim Lernen herausfinden können.

 

Warum ist diese Erkenntnis wichtig?

  1. In der Regel haben wir nicht die Möglichkeit uns den liebsten Kanal herauszusuchen, da uns die Lerninhalte in unterschiedlichsten Formen präsentiert werden. In einem Seminar/Vorlesung wird häufig der Auditiv/Visuelle Kanal verwendet. In einem Selbststudium oft nur der Visuelle Kanal, in Form eines Buches/Skriptes. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, jeden Sinneskanal gezielt zu stärken, um das Maximum an vermittelten Lernstoff aufzunehmen.
  2. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass multisensorisches Lernen die Merkfähigkeit stark fördert. Dies bedeutet, je mehr Sinneskanäle Sie beim Lernen einsetzen, desto leichter fällt Ihnen das Lernen.

 

In den folgenden Abschnitten, finden Sie eine Reihe von Eigenschaften, welche Typisch für jeden Sinneskanal sind. Nehmen Sie sich aus jedem Bereich ein bis zwei Themen heraus und überlegen Sie, wie Sie dies auf Ihren Lernstoff anwenden können.

 

Visueller Sinn

  • lernen durch zuschauen
  • mag den Überblick
  • macht sich innere Bilder
  • macht sich innere Filme
  • Skizzen
  • Bilder
  • Symbole
  • Unterstreichungen
  • Umrandungen
  • Markierungen
  • Einsatz von Farben
  • farbiges Papier
  • MindMapping
  • Diagramme
  • Fotos
  • Vokabeln richtig geschrieben sehen und vor dem inneren Auge sehen

Auditiver Sinn

  • lernen durch zuhören
  • mag einen roten Faden
  • will einen ordentlichen, strukturierten Ablauf
  • liebt oder hasst Musik beim Lernen
  • braucht Ruhe
  • Vortrag
  • Hörbücher
  • Diskussionen
  • Durchsprechen mit anderen
  • sich und anderen erklären
  • Lernstoff innerlich oder laut vor sich hersagen
  • rhythmisch gesprochene Merksätze

Kinesthätischer Sinn

  • lernen durch tun
  • lernt durch Beispiele
  • eigene Beispiel erfinden
  • sich fragen: was bringt mir das?
  • lernt gern in Gruppen
  • mitschreiben
  • Lernen mit Bewegungen
  • Projektarbeit
  • Experimente
  • geht auf und ab
  • Wohlfühlen, Spaß, Freude
  • Lernspiele
  • praktisches Arbeiten
  • gute Beziehung zum Lehrer / Trainer / Dozent wichtig
  • Gruppenatmosphäre wichtig

Wie sollten Sie dies in der Praxis umsetzten?

Nutzen Sie bei jeder Wiederholung einen anderen Sinneskanal. Beginnen Sie zum Beispiel den Lernstoff in einem Exzerpt zusammenzufassen. Hierbei wird vorrangig der visuelle Kanal angesprochen. Versuchen Sie am nächsten Tag, alle Keywörter aus der Zusammenfassung in ein Mind-Map zu bringen (Kinästhetischer/Visueller Kanal). Am dritten Tag, besser in der nächsten Woche, referieren Sie den Lerninhalt, anhand des gezeichneten Mindmap, einem fiktiven Publikum (oder Ihrem Kater bzw. dem Kleiderschrank). In dieser Roller treten Sie als der Lehrende auf und versuchen den Lernstoff einem unwissenden Publikum verbal zu präsentieren.

Seien Sie kreativ, denn es hat viele Vorteile:

  1. Es wird Ihnen nicht langweilig.
  2. Mit der tieferen Auseinandersetzung, wird der Lernstoff besser im Gehirn verarbeitet.
  3. Das Wissen wird durch die Anwendung verschiedener Repräsentationsmethoden im Gehirn besser vernetzt.

Am Anfang wird es sicherlich mehr Zeit kosten, jedoch mit etwas Übung wird es Ihnen leichter fallen und letztendlich Zeit sparen, da Sie viele Wiederholungphasen einsparen können.

Versuchen Sie es einmal. Ich verspreche Ihnen, dass es funktioniert.

 

 


Quelle: Aus den Seminarunterlagen von ILE (Vielen Dank an Iris)

Richter

Mein Name ist Meik Richter. Ich bin Speed-Reading-Trainer und Lerncoach und beschäftige mich der schnellen Informationsaufnahme und Verarbeitung.

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