23. April 2015

Lernzeitanalyse

Mehr Zeit zum Lernen – Wie soll das gehen?

Zeit ist die Währung des Lernenden und gutes Zeitmanagement ein wesentlicher Bestandteil für erfolgreiches Lernen. Häufig stellt sich jedoch im Lernalltag die Frage:

„Wo ist die Zeit nur geblieben?“

Mal ehrlich, wäre es nicht ideal, wenn Sie so viel Zeit zur Verfügung hätten, dass Sie den Lernstoff zu einhundert Prozent verinnerlichen können? Erst dann würden Sie sich zur Prüfung anmelden. Leider ist das aber nur ein Traum. Die Realität sieht anders aus.

LernzeitanalyseKennen Sie dieses Verhalten auch? Der Prüfungstermin ist in drei Monaten – eine gefühlte Ewigkeit. Also bloß nichts überstürzen… Außerdem gibt es momentan viel Wichtigeres zu erledigen, vier Wochen sollten als Vorbereitungszeit genügen. Nach zwei Monate dann das böse Erwachen. Der Stoff ist umfangreicher und komplizierter als angenommen – und die Panik steigt. Die Hausarbeit, welche nächste Woche abgegeben werden muss, liegt auch noch unvollendet auf dem Schreibtisch. Verdammt, wo ist die Zeit nur geblieben?

 

Und genau hier liegt das Problem!  

 

Zeit ist das einzige Gut, das nicht gespeichert und vermehrt werden kann. Oft fragt man sich, wo die Zeit nur geblieben ist. Wenn Zeit doch so ein wichtiges Gut ist, bin ich immer wieder erstaunt, wie sorglos wir (auch ich) damit umgehen. Wir verbringen Stunden sinnlos im Stau, surfen ziellos im Internet und verbringen zahlreiche Tage im Jahr vor dem Fernseher oder in sozialen Medien. Wenn ein Unternehmer so mit seinem Geld wirtschaften würde, wäre er schnell pleite. Erstaunlich ist, dass wir beim Thema Geld dagegen oft sehr diszipliniert sind. Wir wissen grob, wie viel Geld wir noch auf dem Konto haben und was wir ausgeben können oder könnten. Nur mit der Zeit gehen wir häufig verschwenderisch um.

 

Betrachten Sie daher Zeit als ein wichtiges, begrenztes und unwiderrufliches Gut.

 

Um einen Tag zeitlich zu optimieren, ist es wichtig zu analysieren, für welche Lebensbereiche wie viel Zeit aufgewendet wird. Erst dann können Zeiteinsparmaßnahmen eingeleitet werden. Bei einer Zeitbudgetanalyse müssen Antworten auf folgende Fragen gefunden werden:

  1. Wie viele Minuten / Stunden verbringe ich mit einer Tätigkeit?
  2. Welche Tätigkeiten benötigen die meiste Zeit?
  3. Welche Aktivitäten sind für mein Ziel notwendig?
  4. Kann ich meine Zeit optimieren, um mein Ziel zu erreichen?

Alle diese Fragen können durch eine Zeitanalyse beantwortet werden.

 

Beginnen Sie hier mit dem ersten Zyklus der Zeitbudgetanalyse

  1. Laden Sie das Analyseblatt im PDF-Format herunter oder verwenden Sie die Excel-Tabelle.
  2. Nutzen Sie für jeden Tag der Woche (von Montag bis Sonntag) ein neues Formular.
  3. Notieren Sie präzise jede noch so kleine Tätigkeit und die dafür benötigte Zeit.
  4. Ordnen Sie jede Tätigkeit einem Lebensbereichen zu, wie z.B. Duschen = Hygiene.    

Download Lernzeitanalyse:

Lernzeitanalyse in PDF

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Führen Sie diese Datensammlung täglich durch, von Montag bis Sonntag.

 

Am Sonntagabend beginnt die Optimierung

 

Übertragen Sie die Tagessummen aller Lebensbereiche in das Formblatt „Wochenanalyse“. Errechnen Sie den Mittelwert jedes Lebensbereichs (Mittelwert = Summe des Bereiches in Minuten / 7). Als Ergebnis erhalten Sie einen guten Überblick, auf welche Bereiche Sie durchschnittlich wie viel Zeit pro Tag verwenden. (hier ein Muster)

Nach dieser Auswertung betrachten Sie jede Aktivität und hinterfragen sie kritisch.

  • Ist diese Tätigkeit für mein Ziel notwendig?
  • Wenn nein – wie kann ich hier Zeit sparen?
  • Wie kann ich mein Verhalten ändern, um mehr Zeit für das Lernen aufzuwenden? (z.B.: Kann ich meinen Lernstoff auf MP3 aufnehmen und auf dem Weg zur Arbeit per Kopfhörer / Radio wiederholen? (Stichwort: multisensorisches Lernen)
  • Kann ich Aufgaben an Menschen delegieren, die diese schneller erledigen können?
  • Kann ich Aufgaben zusammenfassen, um sie gebündelt zu bearbeiten?

Schreiben Sie die Optimierungsmaßnahmen nieder und setzen Sie diese in der folgenden Woche um. Beachten Sie: Lernen ist ein Ausdauersport. Jede Maßnahme sollte auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüft und wie folgt hinterfragt werden: Kann ich diese Maßnahme auf Dauer / über einen längeren Zeitraum umsetzen? Achten Sie bei der Optimierung auch auf Ihren Biorhythmus und auf genügend Erholungsphasen. Führen Sie auch in der zweiten Woche wieder Buch, genau wie in Zyklus eins.

Erfahrungsgemäß sollten Sie diesen Prozess vier Mal, also einen Monat lang, durchführen. Danach ist das Einsparpotential nur noch marginal (getreu dem Pareto-Prinzip).

ZeitmanagementAuch wenn diese Analyse aufwendig ist, lohnt sich die Arbeit, denn

1. Sie werden langfristig mehr Zeit zum Lernen zur Verfügung haben.

2. Dies wird sich positiv auf Ihr Lernergebnis auswirken.

3. Es ist der erste Schritt zur Lernstoffpriorisierung.

 

Es lohnt sich !

 

 

Aus der Reihe „Lernstoff strukturieren“

1. Lernzeitanalyse | Mehr Zeit zum Lernen – wie soll das gehen?
2. Lernstoff priorisieren | Was ist wichtig, was weniger wichtig?3. Lernplan erstellen | Schritt für Schritt

 

 

Bildquelle: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de
Quelle-Analyse: Lerntraining für Erwachsene / Regula Schräder-Naef

 

Richter

Mein Name ist Meik Richter. Ich bin Speed-Reading-Trainer und Lerncoach und beschäftige mich der schnellen Informationsaufnahme und Verarbeitung.