Die zehn Gebote für gehirngerechtes Lernen

Die zehn Gebote für gehirngerechtes Lernen

 I-vista  / pixelio.d

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Ich werde immer wieder gefragt, was richtiges Lernen ausmacht. Gibt es Tipps und Tricks um effektiver lernen zu können? Aus diesem Anlass heraus, stelle ich Ihnen heute die zehn Gebote für gehirngerechtes Lernen vor. Wenn Sie diese Regeln bei jedem Lernprozess einhalten, werden Sie viel leichter Ihr Lernziel erreichen.

Gebot 1: Transparenz der Lernziele

Lernen ohne Sinn und Verstand kann schnell die Motivation rauben. Daher ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, weshalb man die Ausbildung/das Studium absolviert. Wie soll mein Leben nach der Ausbildung aussehen? Welchen Job möchte ich haben? Wie viel Geld möchte ich verdienen? Was möchte ich mit dem Geld machen? Schreiben Sie alles auf und hängen sich Ihre Ziele gut sichtbar an Ihren Lernarbeitsplatz.

Gebot 2: Überblick vor Einzelinformationen

Wissen baut auf Wissen auf. Wenn Sie von einem Thema noch keine Ahnung haben, ist es umso wichtiger, sich vorab einen groben Überblick zu verschaffen. Es macht keinen Sinn, sich mit kleinen Details zu beschäftigen, wenn man sich mit der Materie noch nicht auskennt. Hier gilt die Regel: vom Großen zum Kleinen.

Gebot 3: Interesse wecken

Es ist schwierig, sich täglich mit einem Lernstoff zu beschäftigen, für den Sie sich nicht interessieren. Es wird auch immer Material im Lernalltag geben, das auf den ersten Blick uninteressant ist. Versuchen Sie sich klarzumachen: Warum ist dieses Wissen für meine Ausbildung so wichtig? Fragen Sie sich auch: Was kann ich mit dieser Fähigkeit heute schon, oder in Zukunft, machen? Diese Auseinandersetzung ist wichtig, da das Gehirn Informationen nach ihrer Wichtigkeit abspeichert. Je wichtiger, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Informationen im Gehirn abgespeichert werden.

Gebot 4: Wiederholen

Ihr Gehirn ist wie ein Muskel. Ohne regelmäßiges Training wird er nicht wachsen. Genauso verhält es sich mit Lernstoff. Nur durch eine permanente Wiederholung des Lernstoffes wird er im Langzeitgedächtnis abgespeichert.

Gebot 5: Mehrere Sinne ansprechen

Jeder Mensch bevorzugt beim Lernen einen Lieblingssinn (z.B. hören oder sehen). Das Gehirn nutzt aber alle Sinnesorgane zum Lernen. Je mehr Sinne Sie ansprechen, desto leichter wird Lernen sein.

 

Gebot 6: Auf Gefühle achten

Wissen speichern ist immer mit Gefühlen verbunden. Sie kennen vielleicht das Phänomen der heißen Herdplatte: heiße Herdplatte gleich Schmerzen. Oder der erste Kuss. Können Sie sich noch an jedes Detail erinnern? Nutzen Sie diesen Mechanismus des Gehirns und versuchen Sie, den Lernstoff mit positiven Gefühlen aufzuladen. Das beste Gefühl ist Spaß. Wenn es Ihnen Spaß macht, in einer Gruppe zu lernen, dann organisieren Sie eine Lerngruppe. Wenn es Ihnen Spaß macht, in der Natur zu sein, dann nehmen Sie Ihren Lernstoff mit auf einen Waldspaziergang. Seien Sie kreativ, dann macht Lernen Spaß.

Gebot 7: Rückmeldung und Feedback

Tests sind wichtig. Sie geben Struktur und zeigen uns Defizite auf. Testen Sie Ihr Wissen unmittelbar nach einer Lerneinheit. Denn es ist viel Energie nötig, um falsche Informationen im Langzeitgedächtnis wieder umzuprogrammieren.

Gebot 8: Pausen einlegen

Konzentration ist ein wichtiger Bestandteil des Lernprozesses. Jedoch ist die Konzentrationsdauer eines jeden Menschen individuell. Als Faustregel gilt: Alter x 2 = maximale Konzentrationsdauer in Minuten (32 Jahre x 2 = 64 min). Lernen Sie jedoch nicht mehr als 90 Minuten am Stück. Anschließend legen Sie eine kurze Pause von 5 Minuten ein. Wichtig ist dabei, dass Sie in dieser Pause etwas völlig anderes machen. Trinken Sie einen Kaffee, unterhalten Sie sich oder gehen Sie kurz an die frische Luft. Danach können Sie wieder erfrischt eine neue Lerneinheit beginnen.

Gebot 9: Logischer Aufbau

Warum finden Sie auf Ihrem Computer alle Dateien, die Sie jemals gespeichert haben? Ganz einfach, weil Sie sich eine Struktur geschaffen haben. Ordnen Sie daher Ihren Lernstoff. Verschaffen Sie sich einen Überblick und sortieren Sie Ihr Wissen in Kategorien. Je strukturierter Sie Ihren Lernstoff aufbereiten, desto lernbarer ist er.

Gebot 10: Verknüpfen und Vernetzen

Zusammenhangloses Wissen kann das Gehirn nicht speichern. Versuchen Sie daher, Informationen in einen Zusammenhang zu bringen. Habe ich schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht? Kann ich das Wissen in einem anderen Kontext anwenden? Was fällt mir zu diesem Thema sofort ein? Was weiß ich schon über dieses Thema? Alle diese Fragen helfen dabei, Wissen zu vernetzen. So werden Informationen leichter abgespeichert.

 

In meinen nächsten Beitägen werde ich auf die einzelnen Punkte der zehn Gebote für gehirngerechtes Lernen näher eingehen. Damit Sie nichts verpassen, melden Sie sich doch zum kostenlosen Brainpost-Abo an.

Ihr

Meik Richter

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